Downshifting – ein möglicher Produktivitätsmotor?

Worum geht’s beim Downshifting eigentlich?
Im Kern geht es um weniger arbeiten, mehr (er-)leben.

Viele Mitarbeiter würden insgeheim daher gern einen Gang herunterschalten. „Downshifting“ heißt das im Fachjargon.
Doch die Umstellung selbstbestimmter zu leben und zu arbeiten gestaltet sich als schwierig, weil Unternehmen sich querstellen und Arbeitnehmer damit die eigenen Ansprüche kritisch überdenken müssen.

Im Extremfall kann das bedeuten, dass ein gut bezahlter und hochqualifizierter Mitarbeiter seinen Job an den Nagel hängt, weil er sich neu orientieren will oder muss. Ebenso kann es bedeuten, dass er weniger arbeiten möchte, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen und/oder sich seinen Freizeitaktivitäten intensiver zu widmen.

Downshifting hat nix mit einem Defizit an Leistungsbereitschaft zu tun!

Die aktiv getroffene Entscheidung des bewussten „Herunterschaltens“ – die höhere Priorisierung des Persönlichen – beschreibt dabei nicht zwingend eine Abwendung vom Unternehmen oder gar eine defizitäre Leistungsbereitschaft. Downshifting ist keinesfalls dem Prozess einer inneren Kündigung gleichzusetzen! Mitarbeiter, die weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringen wollen, können trotzdem emotional eng mit ihrem Arbeitgeber verbunden sein und einen sehr wertvollen Beitrag zum Unternehmenserfolg beitragen.

Die Erwartungshaltung seitens der Unternehmen an ihre Mitarbeiter – insbesondere an ihre Führungskräfte – ist enorm hoch. Volle Leistungsfähigkeit bei maximale Flexibilität. Leider wird dabei häufig Leistung noch immer über reine Präsenzzeiten definiert – was für ein grober Unfug!

Bei dieser Betrachtungsweise wird gänzlich ausgeblendet, dass sich Bedürfnisse – auch die von Mitarbeitern – fundamental verändern können. Mitarbeiter streben nicht mehr vorrangig nach Karriere und Geld, sondern nach persönlicher Erfüllung und Zufriedenheit. Eine Entwicklung, die Unternehmen und Führungskräfte vor Herausforderungen stellt.

Selbstredend gibt es auch aktuell noch Karriereorientierung. Allerdings hat sich die Gewichtung deutlich verschoben. Vorbei sind die Zeiten, wo derjenige, der Karriere machen wollte, nicht nach dem Sinn seines Tuns fragte und dabei unreflektiert nach Macht und Geld strebte. Er war zu großen Opfern bereit. Eiserne Disziplin, gepaart mit harter Arbeit und nahezu völligem Verzicht auf jegliche Form von Privatleben.

Jetzt sind sie da – die jungen, gut ausgebildeten Mitarbeiter, die ihren Job und Privatleben abgestimmt wissen wollen.

Sie suchen vordergründig nach einer sinnstiftenden Tätigkeit, bemühen sich um Nachhaltigkeit und sind sogar bereit, für persönliche Freiheit Kompromisse einzugehen. Es geht um die Maximierung von Zufriedenheit. Wem Freizeit wichtiger ist, der riskiert auch einen Einbruch der Karriere. Dieses Phänomen nennt sich Downshifting!

Erfolgreiche Unternehmen müssen sich dem Wunsch nach „Downshifting“ stellen

Letztendlich ist es ein Frage der Unternehmenskultur, wie gut die Balance zwischen Job und Privatleben bei jedem einzelnen Mitarbeiter gelingt. Es müssen Arbeitszeitmodelle entwickelt werden, die den neuen Bedürfnissen der Mitarbeiter gerechter werden. In vielen skandinavischen Ländern, wie Schweden und Dänemark wurde der Anspruch nach besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben schon in den 60-ziger Jahren aufgegriffen.
Der Blick zu den nordischen Nachbarn lohnt daher durchaus.

Fakt ist, dass der Ruf der Mitarbeiter nach einem funktionierenden Work-Life-Balance Konzept immer lauter wird.

Letztendlich profitieren auch die Unternehmen vom Downshifting: Die Produktivität der Mitarbeiter hat sich durch den höheren Grad an Selbstbestimmung nämlich erhöht. So das Resultat einschlägiger Studien.

Wir – als Steinbeis-Transfer-Institut for Business Management and Innovation –
begleiten und unterstützen Sie auf Augenhöhe bei Ihrer „Ausbildung zur Führungspersönlichkeit“  ab dem 27.10.2016 auf Schloss Benkhausen.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Steinbeis BMI Team
[ der Mensch macht’s! ] – gerade in der Produktivität

Bildquelle: pixabay.com/ Waldweg

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