Globaler Kannibalismus

Der Duden beschreibt Kannibalismus bezogen auf die Zoologie als das Auffressen von Artgenossen. Im übertragenen Sinne kann das auch für Unternehmen gelten, die sich „Artgenossen“ einverleiben.

„If You Don’t Cannibalize Yourself, Someone Else Will”

Diesen Satz prägte der legendäre “Innovator” Steve Jobs.

Beantworten sie zur Einstimmung bitte folgende drei Fragen:

  • Wer von ihnen besaß vor 10-15 Jahren ein Nokia Handy?
  • Wer von ihnen hat heute noch ein Nokia Handy in Gebrauch?
  • Warum ist das so?

Nokia war der Primus und zugleich Vorzeigeunternehmen in der Welt des Mobilfunks und ist inzwischen in der absoluten Bedeutungslosigkeit versunken. Die Handys des finnischen Kommunikationsgiganten waren einst für viele der Einstieg in die globale wachsende Handywelt. Die Erfolgsstory von Nokia, dem weltweit dominierenden Handy-Produzenten, ist die eines grandiosen Aufstiegs – und eines ebenso katastrophalen Niedergangs.

Der Mobiltelefon-Erfinder Motorola wurde bereits 1998 durch Nokia quasi vom Handy-Thron gefegt. Es war der Beginn einer langen Dominanz in der Branche. Der Handy-Markt wuchs rasant, wobei nahezu jedes dritte Handy aus dem Hause Nokia stammte.

Ebenso unglaublich: Noch vor 10 Jahren beherrschten die Finnen den seinerzeit sehr übersichtlichen Markt der Smartphones und generierten Marktanteile von über 50 Prozent. Doch dann kam …

Das iPhone – der Killer!

Diese Gerät revolutionierte 2007 den Mobilfunkmarkt und mischte diesen grundlegend neu auf. Touchscreen und Apps prägten eine neue Ära. Nokia weigerte sich diesen Trend „ernst genug“ zu nehmen, und hielt an Tastaturen der klassischen Form fest. Nokia war überzeugt, es handele sich nur um einen vorübergehenden Hype. Diese Fehleinschätzung katapultierte den einstigen Weltkonzern in die Bedeutungslosigkeit im Handy-Segment.

Die Übernahme durch den Software Giganten Microsoft für 3,8 Milliarden Euro besiegelte dann das Scheitern von Nokia endgültig.

Die tödliche Kombi

Es war wohl die Mischung einer innovationsresistenten und schwerfälligen Unternehmensentscheidung seitens Nokia die zu dieser tragischen Ausgang geführt haben. Asiatischer Wettbewerb wie Samsung, LG und HTC orientierten sich schnell an dem iPhone-Konzept und verdrängten damit Nokia noch weiter vom Markt.

Ein weiterer tödlicher Fehler der Finnen war: Sie hatten die Stahlkraft der eigenen Marke beim Kunden völlig überschätzt. Selbst nach Jahren des Siegeszuges des iPhone herrschte in der Konzernspitze von Nokia noch immer die Meinung vor, dass ihre als hochwertig eingeschätzten Produkte die Kunden auf Dauer überzeugen und zurückbringen würden. Welch tragische Fehleinschätzung!

Nokia ist da leider kein Einzelfall gewesen, ebenso bekannt  ist die Kodak-Story

Kodak, gegründet um 1880, war legendär für seine Pioniertechnologien und sein innovatives Marketing in der Fotografie. 1988 hatte das Unternehmen mehr als 145.000 Mitarbeiter und war unter den erfolgreichsten und wertvollsten Marken weltweit.

Kodak hat aber auf seine bestehenden Kompetenzen und Produktlinien in der analogen Fotografie beharrt und das war eine ebenso „tödliche“ Entscheidung. Die digitale Revolution in der Fotografie fand ohne Kodak statt.

 

Das Zitat vom Apple Gründer gebrauchen immer mehr CEOs, die im Kontext der digitalen Transformationen die absolute Notwendigkeit einer Innovation verstanden haben.

Unser Steinbeis BMI Tipps:

Stellen Sie sich bitte generell folgende zwei Fragen:

  • An wem genau orientieren Sie sich im Benchmarking?
  • Haben Sie aktuelle Trends mit der gebotenen Ernsthaftigkeit im Fokus ?

Der ausschließliche Vergleich mit dem Branchenprimus kann tödlich enden.

Wir – als Steinbeis-Transfer-Institut for Business Management and Innovation –
begleiten und unterstützen Sie gern auf Augenhöhe durch unsere Angebote.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Steinbeis BMI Team
[der Mensch macht’s!] – speziell im Innovationsprozess

Bildquelle: pixabay.com/ Finger

 

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