Psychischer Belastungen als Chance?

Psychischer Belastungen als Chance?

Heute erwartet Sie ein Gastbeitag von unserem Experten Markus Leitloff,
Diplom-Psychologe mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen als Chance

Neben der klassischen Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsbedingungen hat der Gesetzgeber im Jahr 2013 durch Anpassungen in §5 und §6 des Arbeitsschutzgesetzes die Beurteilung psychischer Belastungen für Unternehmen aller Größenklassen verpflichtend gemacht.

Antwort darauf gibt der Blick in die Daten des Corporate Health Awards (CHA), der führenden Qualitätsinitiative für betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in Deutschland. Im Jahr 2016 haben dabei 335 Unternehmen teilgenommen. (Jan Schaller Research Analyst – EuPD Research Sustainable Management GmbH

66 Prozent der teilnehmenden Firmen erfassen die psychische Belastungen. Gut 61 Prozent der Unternehmen erfassen auch die psychischen Beanspruchungen (die subjektiven, individuellen Folgen dieser Belastungen) und gehen damit einen Schritt über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. In Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern werden die psychischen Belastungen nur von 57,4 Prozent erfasst.  Maßnahmen aus den erkannten Belastungen und Beanspruchungen leiteten allerdings nur etwas über die Hälfte dieser Unternehmen ab. Deutschlandweit dürfte die Quote eher geringer ausfallen, da es sich bei den Bewerbern des CHA tendenziell um aktive, für das Thema BGM sensibilisierte Unternehmen handelt.

Es besteht Nachholbedarf

Die Ergebnisse zeigen, dass in vielen Unternehmen im Mittelstand noch Handlungsbedarf bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen besteht. Es gilt nicht nur, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, sondern auch Verantwortung für die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu übernehmen. Die psychische Gefährdungsbeurteilung stellt ein elementares Fundament im BGM dar, auf dessen Basis eine Vielzahl weiterer Strukturen, Strategien und Maßnahmen entwickelt werden können. Nicht zuletzt wird so zu einer Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität beigetragen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels adäquat begegnen zu können. Gerade im Mittelstand ist die psychische Gefährdungsbeurteilung so in mehrfacher Hinsicht ein Baustein zur Erhaltung zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit.

Unser Steinbeis BMI Fazit lautet:
Vorgesetzte, die „gesund Führen“ verfügen über eine hohe soziale Kompetenz, fokussieren sich auf Beziehungsaufgaben und fördern Arbeitszufriedenheit sowie Motivation. Sie schaffen den Spagat individuelle und soziale Bedürfnisse der Mitarbeiter mit den Unternehmenszielen zu harmonisieren.

Wir – als Steinbeis-Transfer-Institut for Business Management and Innovation –
begleiten und unterstützen Sie auf Augenhöhe mit dem Fachseminar „Psychische Belastung am Arbeitsplatz“  am 24. + 25.03.2017 auf Schloss Benkhausen.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Steinbeis BMI Team
[der Mensch macht’s!] – speziell in der Entlohnung

Bildquelle: pixabay.com/ Gehirn

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