Führungsaufgabe Sinnstiftung

Respektvolle Provokationen sind ja genau mein Ding um Menschen – speziell Führungskräfte – ins Nach-denken zu bringen! Darum will ich den heutigen Beitrag mit einer provokanten Fragestellung starten:

„Geben Sie als Führungskraft genug Informationen, dass es sich lohnt, zu denken?“

Führung beinhaltet für mich zu einem überwiegenden Teil Sinnstiftung und ein tiefes Vertrauen darauf, dass die Mitarbeiter gemäß dem erkannten/transportiertem Sinn handeln.

Menschliche Motivation folgt unmittelbar der Sinnhaftigkeit der übertragenen Aufgaben und Ziele. Sie bildet gewissermaßen das robuste Fundament für alles Weitere.

„Wer ein WARUM zum Leben hat, erträgt fast jedes WIE.“

Dies erkannte schon Friedrich Nietzsche, von dem das obige Zitat stammt.
Diesem Faktum wird im „Tagesgeschäft Führung“ leider sehr gern mit völliger Ignoranz begegnet.

Die nähere Analyse des Zitates lässt folgenden Schluss zu:
Je mehr ein Mitarbeiter das WARUM verstanden hat und zu seinem WARUM gemacht hat, desto motivierter wird er das WIE gestalten, und wenn erforderlich, auch ertragen.

Menschen lechzen nach Sinn

Wir befinden uns in einer schnelllebigen Zeit voller Umbrüche und Wandel. Traditionen verlieren damit radikal an der Möglichkeit zur Orientierung, und nun scheinen einige stark verunsichert, was sie eigentlich wollen.

Mitarbeiter verlangen nach Sinn; sie wollen einen sinnvollen Beitrag mit ihrer Arbeit leisten dürfen. Und eines ist gewiss – sie werden nach diesem Sinn suchen, innerhalb oder außerhalb des Unternehmens.

Doch zurück zum Anfang dieses Beitrages. Meine provokante Einstiegsfrage war:
„Geben Sie als Führungskraft genug Informationen, dass es sich lohnt, zu denken?“

Wenn Ihre ehrliche Antwort ein NEIN ist, dann erwarten Sie bitte aber auch nicht, dass Ihre Mitarbeiter mitdenken. Wozu denn auch?

Wie wirksam ist Ihrer Führung?

Die entscheidenden Frage nach Ihrer Wirksamkeit als Führungskraft lautet:

„Bieten Sie Ihren Mitarbeitern auch das WARUM oder lediglich das zu ertragende WIE?“

Ein Unternehmen über das WIE zu managen ist absolut trivial:

  • Vorgabe der Rahmenbedingungen
  • Exakte Beschreibung der zu erledigenden Arbeiten
  • Nachkontrolle
  • Nachtjustierung

Wie bitte soll das in einem Changeprozess noch funktionieren, der geprägt ist von

  • Unbeständigkeit,
  • Ungewissheit,
  • Komplexität und
  • Mehrdeutigkeiten?

In der Regel verfügt die Führungskraft selbst über zu wenig Informationen für diese Form von Management! Ergo dessen bleibt nur die Führung über das WARUM.

Und das absolute Vertrauen in die Kreativität der Mitarbeiter, die das WIE finden und aktiv gestalten werden.

Unser Steinbeis BMI Fazit lautet:

Damit Veränderungen von allen akzeptiert getragen werden können, ist die Vermittlung von Sinnhaftigkeit und Sicherheit elementar.

Folgendes kann dabei nützlich sein:

  • Rahmenbedingungen sind notwendig und hilfreich, aber nur so viele und so starr formuliert wie nötig, damit die Kreativität der Mitarbeiter fokussiert werden kann.
  • Sinn kann nicht vorgegeben werden, jeder Mensch entdeckt selbst den Sinn.
  • Führung über das WARUM kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Führungskraft selbst den Sinn in der jeweiligen Aufgabe erkennt.
  • Die Führungskraft muss den Sinn authentisch vorleben und an die Mitarbeiter transportieren können.
  • Wünschenswert ist die Bereitschaft der Führungskraft über den Sinn offen auf Augenhöhe zu diskutieren und Kompromisse zu ermöglichen.

 

Wir – als Steinbeis-Transfer-Institut for Business Management and Innovation –
begleiten und unterstützen Sie auf Augenhöhe wenn es um Sinnstiftung geht.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Steinbeis BMI Team
[der Mensch macht’s!] – speziell in der Stiftung von Sinn

Bildquelle: pixabay.com/ 432568

 

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